Die ISF-Meldung (Importer Security Filing, allgemein bekannt als 10+2) ist eine gesetzlich vorgeschriebene elektronische Sicherheitsübermittlung, die spätestens 24 Stunden vor dem physischen Laden der Fracht auf das Seeschiff im Abgangshafen an die U.S. Customs and Border Protection (CBP) erfolgen muss. Diese Verpflichtung gilt gleichermaßen für Komplettcontainer (FCL) wie für Sammelgutladungen (LCL).
Was ist die ISF-Meldung?
Das Importer Security Filing basiert auf dem 10+2-Programm des SAFE Port Act. Ziel der US-Zollbehörde ist es, potenzielle Sicherheitsrisiken vor dem Auslaufen von Handelsschiffen frühzeitig zu identifizieren. Dabei übermittelt der Importeur (oder sein beauftragter Zollspediteur) 10 spezifische Datensätze, während die Reederei separat 2 operative Datensätze (Stauplan und Containerstatusnachrichten) bereitstellt.
Die 10 Datenelemente des ISF
| Frist | Erforderliche Datenangaben |
|---|---|
| 24 Stunden vor Schiffsbeladung im Abgangshafen | 1. Verkäufer (Seller) 2. Käufer (Buyer) 3. Importer of Record Nummer (IRS / EIN / SSN oder CBP-Nummer) 4. Empfängernummer (Consignee) 5. Hersteller oder Lieferant (Manufacturer / Supplier) 6. Warenempfänger / Entladeort (Ship-to Party) 7. Ursprungsland (Country of Origin) 8. HTSUS-Zolltarifnummer (mindestens 6-stellig) |
| 24 Stunden vor Ankunft in den USA (bzw. bei Containerpackung) | 9. Containerpackort (Stuffing Location) 10. Konsolidierer (Stuffer) |
Die CBP misst die 24-Stunden-Frist immer am tatsächlichen Abfahrtszeitpunkt des Schiffs aus dem ausländischen Verladehafen, nicht am US-Ankunftstag. Eine verspätete Übermittlung führt unverzüglich zu Systemvermerken bei der Zollstelle.
ISF-Bond und Zollstrafen
Jede ISF-Einreichung muss zwingend durch eine Zollbürgschaft (Customs Bond) abgesichert sein. Unternehmen mit einem aktiven Continuous Bond (Jahresbürgschaft) können diesen nutzen. Liegt kein Jahresbond vor, muss vor der Meldung ein Einmal-Bond (Single Transaction Bond) abgeschlossen werden. Neben Bußgeldern kann der US-Zoll Ladeverbote („Do Not Load“) erteilen oder kostenintensive Röntgen- und Zollbeschauen im US-Empfangshafen anordnen.
5-Punkte-Checkliste für die ISF-Übermittlung
- Stammdaten frühzeitig anfordern: Verkäufer-, Hersteller- und Lieferadressen direkt bei Auftragsvergabe erfassen.
- HTS-Code verifizieren: Vor der Buchung den korrekten HTS-Zollcode abstimmen.
- Direkt bei Buchungsbestätigung melden: ISF einreichen, sobald Buchungsnummer und Bill of Lading vorliegen – nicht bis zur letzten Minute warten.
- Packdaten nachreichen: Containerbeladeort und Konsolidierer ergänzen, sobald die Ware gestaut ist.
- Zollvollmacht und Bond bereitstellen: Sicherstellen, dass Power of Attorney (POA) und Bürgschaft vor Frachtbeginn aktiv sind.
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So wickelt Marinex das ISF-Filing ab
Marinex Logistics übernimmt als lizenzierter Seefrachtspediteur und Zollbroker die fristgerechte ISF-Einreichung für FCL- und LCL-Importe. Sie können das ISF-10-Formular, die ISF-Vollmacht (für Einzel- oder Jahresbürgschaften) und die Enthaftungserklärung direkt auf unserer Seite Wichtige Dokumente herunterladen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss für LCL-Sammelgut ein ISF eingereicht werden?
Ja. Jede kommerzielle Seefrachtsendung in die USA erfordert ein ISF, unabhängig davon, ob es sich um einen Vollcontainer oder eine einzelne Palette handelt.
Wer haftet rechtlich für das ISF?
Der rechtlich haftende ISF-Importeur ist in der Regel der US-Käufer bzw. Eigentümer der Ware, selbst wenn ein Spediteur oder Zollagent mit der Übermittlung beauftragt wird.
Gilt das ISF auch für Luftfracht?
Nein. Das ISF 10+2-Verfahren gilt ausschließlich für Frachten, die auf dem Seeweg in US-Häfen einlaufen.
Was unterscheidet ISF-10 von ISF-5?
ISF-10 betrifft Sendungen zur Einfuhr in den US-Wirtschaftskreislauf. ISF-5 ist eine verkürzte 5-Punkte-Meldung für reine Transitsendungen durch US-Häfen (FROB, IE, T&E).
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